Streitschlichtung

 

Streitigkeiten und Konflikte gehören zum Schulalltag und sind unvermeidbar, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Klassen. Entscheidend ist jedoch, wie damit umgegangen wird. Die KGS Atsch hat seit dem Schuljahr 2002/2003 das „Schüler-Streitschlichter-Modell“ als Weg zur konstruktiven, gewaltfreien Konfliktlösung eingeführt. Dabei werden die Möglichkeiten der Peergroup (Gruppe der Gleichaltrigen) positiv genutzt, weil die Kinder die Regeln Gleichaltriger in den meisten Fällen besser akzeptieren und einhalten als die der Erwachsenen.

 

In der „Streitschlichter-AG“ werden die Kinder dazu ausgebildet, Mitschülerinnen und Mitschüler beim Finden von Lösungen in Konfliktsituationen zu unterstützen. Ziel der Streitschlichtung ist es, eine für beide Konfliktparteien befriedigende Lösung („win-win-Methode“) zu erreichen. Der Mediationsablauf erfolgt mit Hilfe der so genannten „Streitbrücke“. Die Streitschlichter übernehmen eine neutrale Rolle und ermöglichen den Streitenden, unter Einhaltung festgelegter Regeln und eines festgelegten Ablaufs miteinander in einen Dialog einzutreten, den Streit aus ihrer Sicht darzustellen, Erlebtes aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen, Verantwortung zu übernehmen, Wünsche zu äußern und nach eigenen Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Dabei ist oberstes Prinzip, dass die Kinder ihre Konflikte selbstbestimmt lösen und verpflichtende Vereinbarungen treffen.

 

Da die Streitschlichtung ein hohes Maß an sozialen Kompetenzen erfordert, müssen die Teilnehmer systematisch geschult werden. Zehn ausgewählte Schülerinnen und Schüler der 3. Jahrgangsstufe nehmen in jedem Jahr während des gesamten Schuljahres an einer wöchentlichen einstündigen Ausbildung teil. Mit Beginn des 4. Schuljahres übernehmen diese Kinder schließlich ihre Funktion als Streitschlichter. Für die Streitschlichtung steht täglich während der ersten großen Pause ein „Streitschlichter-Raum“ zur Verfügung.